Kinder beim Augenarzt

Oft genug ist es nur unerkannt schlechteres Sehen, das das Zurechtfinden im Lernalltag erschwert und den Schulerfolg nachhaltig negativ beeinflußt; immer wieder werden solche Kinder als Legastheniker, lernunwillig oder gar unfähig abgestempelt - und dabei wäre das Problem ganz einfach (z.B. mit einem passenden Sehbehelf) zu lösen.

Verantwortungsbewußte Eltern sollten es deshalb nicht versäumen, beim geringsten Verdacht eines Sehfehlers oder auch nur Schulschwierigkeiten den Augenarzt aufzusuchen (meist hat das Kind anläßlich der Mutter-Kind-Pass-Untersuchung mit dem Augenarzt schon Bekanntschaft gemacht).

Das alleinige Prüfen der Sehschärfe ("Computer-Sehtest") kann die augenärztliche Untersuchung keinesfalls ersetzen; der Augenarzt kann nämlich auch andere Augenveränderungen als nur Fehldioptrien feststellen, z.B. offensichtliches oder verstecktes Schielen, einseitige Schwachsichtigkeit, Netzhaut- veränderungen oder schlimmstenfalls bösartige Erkrankungen, die behandelt werden müssen.

Informationen für die Eltern

Räumliches Wahrnehmen, scharfes Sehen und Farberkennung sind Fähigkeiten, die ein Mensch erst nach seiner Geburt erwirbt. Es dauert etwa zwei Jahre, bis ein Kind richtig sehen kann. Das Gehirn muss erst lernen die Informationen, die das Auge über den Sehnerv sendet, sinnvoll zu nutzen.

Sehfehler, besonders einseitige, fallen in der Regel nicht auf. Das Kind verhält sich normal. Zu spät erkannt, kann eine lebenslange Schwachsichtigkeit (Amblyopie) resultieren, die u.a. zu Einschränkungen in der Berufswahl führt. Gleichzeitig stellen Sehfehler eine der häufigsten Kopfschmerzursachen im Kindesalter dar.

Da trotz kinderärztlicher Vorsorgeuntersuchungen ca. 5%, das heisst etwa jedes 20. Kind eines Jahrganges erst bei der Einschulungsuntersuchung und damit zu spät für eine erfolgreiche Behandlung auffällt, empfehlen sowohl die kinderärztlichen als auch die augenärztlichen wissenschaftlichen Organisationen zusätzlich zu den mehrfachen kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchungen zumindest eine augenärztliche Vorsorgeuntersuchung vorzugsweise im zeitlichen Zusammenhang mit der U 6.



© 2008 Gemeinschaftspraxis - Dr. med. K. Heckmann - Dr. med. S. Heckmann
Stand 21.03.2014
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